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Was Mülheim bewegt

Man sagt, ohne Ziel sei jede Bewegung Fortschritt. Darum ist es so wichtig, Richtung und Ziel des eigenen Handelns klar vor Augen zu haben. Das gilt ganz besonders, wenn wir darüber sprechen, wie sich unsere Heimatstadt in den nächsten Jahren entwickeln soll. Wo wollen wir hin? Und: Wie kommen wir dorthin?

 

Alles ist Stadtentwicklung
Das Zauberwort lautet „Stadtentwicklung“. Für mich meint Stadtentwicklung das beständige Bemühen, Mülheim als lebens- und liebenswerte „sympathische Stadt an der Ruhr“ zu erhalten. Was dazu jeweils notwendig ist, hängt davon ab, welche Aufgaben zu bewältigen sind: Neue Fragen erfordern neue und flexible Antworten.

 

Mülheim - lebens- und liebenswerte Stadt an der Ruhr
Ich wünsche mir eine lebendige, lebens- und liebenswerte Stadt. Meine Vorstellung von Mülheim im Jahr 2014 ist eine Stadt, in der alle Bürgerinnen und Bürger ein freies, selbstbestimmtes und lebenswertes Leben führen können. Ich wünsche mir eine Stadt, in der die Menschen im friedlichen Miteinander zusammenleben, ganz gleich, ob sie alt oder jung sind, ob sie seit Generationen hier leben oder ob sie Neubürger sind. Dabei ist es Aufgabe der Stadt, die gesellschaftliche Entwicklung im Blick zu behalten und bei Bedarf unterstützend einzugreifen.

 

Neue Fragen erfordern neue Antworten
Weil Gesellschaft sich stetig verändert, müssen auch die angewandten Mittel beständig auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. Was gestern gut und richtig war, kann heute und erst recht morgen schon nicht mehr helfen.

Aus diesem Grunde habe ich auch mit Nachdruck das Projekt „Zukunftsschule“ vorangebracht. Denn es ist mit dem Ideal einer lebenswerten Stadt unvereinbar, dass jungen Menschen die Chance auf Bildung und damit auf ein selbstbestimmtes Leben verwehrt wird, nur weil es mancherorts an Mut fehlt, die alten Strukturen zu verändern. Schließlich heißt Leben immer Veränderung. In einer lebenswerten Stadt darf niemand verloren gegeben werden.

Daher ist gerade die Bildungspolitik ein zukunftsweisender Beitrag zur Stadtentwicklung. Dem wird auch an anderer Stelle Rechnung getragen. Ich habe einerseits die frühkindliche Bildung durch eine sogenannte „early excellence“-Initiative gestärkt und mich andererseits als erste in der Stadt für die Ansiedlung einer neuen Fachhochschule in Mülheim stark gemacht. Mit ihr wird neues Leben auch in unsere Innenstadt kommen.

Alle drei Initiativen sind ein wichtigen Schritt hin zu mehr Chancengerechtigkeit für alle jungen Menschen, ganz gleich aus welchem Elternhaus sie stammen – Bildungschancen sind Lebenschancen!

 

Flexible Antworten auf die Bedürfnisse der Menschen geben
Mülheim an der Ruhr ist eine vielfältige Stadt. Deshalb müssen in unserer Stadt, in der so viele Menschen mit so unterschiedlichen Lebensläufen und Lebensumständen zuhause sind, auch die Antworten, die wir geben, dieser Vielfalt Rechnung tragen. Was für die Eine gut und richtig ist, vermag dem Anderen nicht zu nützen. Hier muss man einsehen, dass Gleichbehandlung auch zu mehr Ungleichheit führen kann.

Ein Beispiel: In manchen Teilen der Stadt muss daran gearbeitet werden, dass junge Frauen bessere Möglichkeiten erhalten, Familie und Beruf vereinbaren zu können. Daneben gibt es aber auch Bereiche in der Stadt, in denen solche Initiativen an der Realität vorbeigehen, weil dort viele junge Frauen – gewollt oder ungewollt – gar keinen Beruf haben. Ungleiches muss auch ungleich behandelt werden!

 

Miteinander und füreinander - für Mülheim
Wir müssen die Stadt noch stärker in ihrer Vielfalt und Verschiedenheit zu sehen. In der Fachsprache heißt das Sozialraumanalyse: Man muss genauer hinschauen und direkt vor Ort, in den Stadtteilen und Wohnquartieren erkunden, die Menschen benötigen. Dabei muss gelten, dass jede Bürgerin und jeder Bürger nicht so viel Unterstützung wie möglich, sondern wie nötig erhält. Es gilt den schmalen Grad zwischen Bevormundung und Vernachlässigung weder nach der einen, noch nach der anderen Seite zu verlassen.

Die Grenzen der Freiheit für die eigene Lebensgestaltung enden dort, wo die Freiheit der Mitmenschen beginnt.

 

Rücksicht und Respekt im alltäglichen Umgang
Daher ist es ein zentrales Gebot, gegenseitig Rücksicht und Respekt im Umgang miteinander zu pflegen. Das heißt nicht, dass es zukünftig keine Konflikte mehr geben wird. Aber es gibt vor, wie wir alle im täglichen Zusammenleben diese Konflikte austragen sollen. Konflikte werden niemals durch kompromisslose Durchsetzung von Eigeninteressen gelöst. Vielmehr ist die Bereitschaft zum Dialog und zum Kompromiss die Grundvoraussetzung für ein friedliches Miteinander und die Demokratie überhaupt!

 

Beharrung im Wandel
Vieles ist in Mülheim seit 2003 auf den Weg gebracht worden. Vieles hat sich zum Positiven verändert. Trotzdem bleibt Stadtentwicklung ein dauerhafter Prozess. Denn auch die Welt steht nicht still.

Eine Stadtentwicklungspolitik, welche unsere Stadt als lebenswerten Wohnort erhält, ist stets auch ein Beitrag zur Wahrung und Festigung der Demokratie. Darum gilt es, auch in Mülheim Hass, Gewalt und Ausgrenzung entschlossen entgegenzutreten – damit Mülheim an der Ruhr die liebens- und lebenswerte Stadt bleibt, die sie ist.

 

Geordnet nach Schwerpunktthemen finden Sie hier einen Überblick über die wichtigsten Handlungsfelder für unsere zukünftige Stadtentwicklung. Schauen Sie sich um, informieren Sie sich! Wenn Sie Fragen, Anregungen oder auch Kritik haben, schreiben Sie mir!